Spieltag #14 – Alarmstufe goldbraun: Der Schnitzelindikator hatte wieder recht

Spieltag 14 · 06.07.2026 · SkatTreff Eppendorf

Volle Hütte trotz Ferien, Juli und Fußball-WM

Ferien in Sachsen, Sommermonat Juli, Fußball-WM im Fernsehen – eigentlich keine optimalen Voraussetzungen für eine volle Skatbude. Eigentlich. Beim SkatTreff Eppendorf gelten solche Theorien aber offenbar nur so lange, bis der erste Kartensatz gemischt wird.

49 Skatfreunde 3 Serien Schnitzelindikator: Alarmstufe goldbraun Tagesbestserie: 1.464 Punkte

Der Schnitzelindikator hatte es schon geahnt

Spieltag 14, Ferien in Sachsen, Monat Juli – eigentlich nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine volle Hütte. Dazu noch Fußball-WM. Deutschland längst ausgeschieden, aber trotzdem laufen interessante Spiele. Normalerweise denkt man: Da bleiben ein paar Stühle frei, ein paar Karten kalt und die Küche hat einen entspannten Montag. Falsch gedacht.

Volle Hütte. 49 Skatfreunde.
Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Der erste Warnhinweis kam nicht vom Wetterbericht, nicht vom DSKV und auch nicht vom Bauchgefühl – sondern aus der Küche: Die Zahl der vorbestellten Essen, unser inzwischen wissenschaftlich kaum noch widerlegbarer Schnitzelindikator, stand klar auf: „Leute, heute wird’s eng.“

Und tatsächlich: Die Tische füllten sich, die Karten wurden heiß, die Schnitzel kamen in Serie – wahlweise mit Letscho oder mit Ei. Spätestens da war klar: Das wird wieder so ein Abend, bei dem man später sagt: „War eigentlich irgendwas Besonderes?“ – „Naja, nur 49 Leute im Juli.“

Teilnehmer
49
Sommerloch? Bei uns offenbar verstopft.
Serien
3
90 Spiele pro Vollprogramm
Küche
1A
Schnitzelchen im Hochleistungsbetrieb

Großes Lob an das Küchenteam

Ein Extra-Dank geht diesmal ausdrücklich an unser Küchenteam. Wer bei 49 Skatfreunden, ordentlich vorbestellten Essen und gehobener Schnitzelerwartungslage ruhig bleibt, hat Nerven wie ein Null-Ouvert-Spieler mit blankem König.

Die vielen Schnitzelchen kamen zuverlässig, heiß und zur richtigen Zeit. Ob mit Letscho oder mit Ei: Am Tisch wurde gereizt, in der Küche wurde geliefert. Man könnte sagen: Vorne wurde gedrückt, hinten wurde paniert.

Ohne Küche kein voller Abend. Ohne Schnitzelindikator keine Frühwarnung. Und ohne das Team dahinter wäre der Montag nur halb so rund gewesen. Die Küche hat an diesem Abend eindeutig gezeigt: Auch Schnitzel können Serienqualität haben.

Die Seriengewinner des Abends

Serie Sieger Punkte Kommentar
1 Michael Lehnert 1.201 Sauberer Start, keine Verlustspiele, gleich mal die Latte hochgelegt.
2 Bernd Friedrich 1.464 Die Tagesbestserie. 16 gewonnene Spiele – da war richtig Musik drin.
3 Daniel Martin 1.265 Starker Schlussspurt mit 13 gewonnenen und keinem verlorenen Spiel.

Besonders die zweite Serie hatte es in sich: Bernd Friedrich packte mit 1.464 Punkten die stärkste Einzelserie des Tages auf den Tisch. Das war kein leises Vorbeischleichen, das war mit Ansage durch die Mitte.

Die drei Tagesbesten

Aus drei Serien gerechnet setzte sich am Ende Bernd Friedrich durch. Mit 1.087, 1.464 und 947 Punkten kam er auf starke 3.498 Punkte. Das war kein Tageserfolg mit angezogener Handbremse, das war eher: Blinker links, durchziehen, fertig.

Platz Spieler Serie 1 Serie 2 Serie 3 Gesamt
1 Bernd Friedrich 1.087 1.464 947 3.498
2 Rainer Schütz 1.143 948 1.172 3.263
3 Sabine Hornung 1.112 976 1.056 3.144

Dahinter wurde natürlich ebenfalls ordentlich gearbeitet, aber aufs Treppchen passten diesmal nur drei. Und bei 49 Teilnehmern ist schon Platz drei kein Zufall mehr, sondern echte Ansage.

Clubwertung 1: Schnittwertung der Clubmitglieder ab 30 Serien

In der ersten Clubwertung zählen die Vereinsmitglieder mit mindestens 30 gespielten Serien. Hier bleibt Andreas Behnisch vorn. Und zwar nicht knapp, sondern mit ordentlich Abstand.

Platz Spieler Serien Punkte Schnitt
1 Andreas Behnisch 40 38.751 968,78
2 Michael Lehnert 34 29.606 870,76
3 Thomas Seidel 30 25.362 845,40
4 Jürgen Köhler 33 26.038 789,03
5 Sven Treffkorn 37 28.194 762,00
6 Ulrich Richter 36 27.359 759,97
7 Reiner Rechenberger 37 27.602 746,00
8 Albrecht Oettel 36 26.073 724,25
9 Matthias Fritzsche 40 28.753 718,83
10 Andreas Haft 34 20.717 609,32

Die einfache Schnittwertung ist gnadenlos ehrlich: alle gespielten Serien zählen. Da hilft kein Wegducken, kein „die eine Serie vergessen wir mal“ und auch kein Blick zur Küche.

Clubwertung 2: Streichlistenwertung

In der zweiten Wertung wird es taktischer. Hier zählen ebenfalls nur Clubmitglieder mit mindestens 30 Serien. Danach gilt: Je drei weitere gespielte Serien gibt es einen Streicher. Wer also 33 Serien gespielt hat, darf eine schwache Serie streichen. Bei 36 Serien sind es zwei, bei 39 Serien drei.

Diese Wertung belohnt Vielspieler, ohne sie für jeden Ausrutscher dauerhaft an den Pranger zu nageln. Kurz gesagt: Wer oft kommt, darf auch mal einen skatmäßigen Verkehrsunfall aus der Statistik räumen.
Platz Spieler Serien Streicher Gestrichen wurden Wertungspunkte Schnitt
1 Andreas Behnisch 40 3 ST12/S1 -6 · ST8/S1 437 · ST2/S3 442 37.878 1.023,73
2 Michael Lehnert 34 1 ST8/S3 269 29.337 889,00
3 Thomas Seidel 30 0 25.362 845,40
4 Jürgen Köhler 33 1 ST14/S1 63 25.975 811,72
5 Ulrich Richter 36 2 ST7/S2 62 · ST4/S2 204 27.093 796,85
6 Sven Treffkorn 37 2 ST4/S2 78 · ST4/S1 283 27.833 795,23
7 Reiner Rechenberger 37 2 ST14/S1 -91 · ST10/S1 155 27.538 786,80
8 Matthias Fritzsche 40 3 ST7/S2 -2 · ST11/S3 213 · ST5/S3 260 28.282 764,38
9 Albrecht Oettel 36 2 ST3/S2 209 · ST10/S1 253 25.611 753,26
10 Andreas Haft 34 1 ST4/S1 124 20.593 624,03
11 Peter Kallweit 40 3 ST11/S1 -86 · ST6/S1 43 · ST13/S3 192 22.192 599,78
12 Barbara Lehnert 35 1 ST2/S2 8 19.482 573,00

Besonders sichtbar wird der Effekt bei Andreas Behnisch. Ohne Streichung steht er ohnehin vorn. Mit Streichern springt sein Schnitt auf über 1.023 Punkte. Das ist dann nicht mehr nur Tabellenführung, das ist schon fast eine eigene Postleitzahl.

Wer kratzt an der 30-Serien-Marke?

Richtig spannend wird es bei den Kandidaten, die kurz vor der Aufnahme in die Clubwertung stehen. Einige brauchen nur noch wenige Serien – und dann kann sich die Tabelle spürbar bewegen.

Spieler Serien aktuell Fehlen bis 30 Punkte aktueller Schnitt Einordnung
Tino Mai 29 1 24.289 837,55 Beim nächsten Einsatz praktisch drin.
Heinz Naumann 28 2 14.767 527,39 Nur noch zwei Serien bis zur Wertung.
Rainer Süß 27 3 21.447 794,33 Kann beim nächsten vollen Spieltag reinrutschen.
Wolfgang Zetzschke 27 3 21.440 794,07 Fast punktgleich mit Rainer Süß. Das riecht nach Spannung.
Andre Morgenstern 26 4 19.286 741,77 In Reichweite.
Steffen Schmidt 26 4 19.687 757,19 Kann ebenfalls bald mitmischen.
Sabine Hornung 24 6 23.956 998,17 Wenn sie die 30 erreicht, wird es oben ungemütlich.
Sebastian Enig 24 6 25.345 1.056,04 Rechnerisch ein echter Tabellen-Sprengsatz.
Rainer Schütz 24 6 22.258 927,42 Mit diesem Schnitt sofort relevant.
Karsten Wicke 24 6 20.418 850,75 Auch hier lauert Qualität knapp unter der Marke.

Vor allem Sebastian Enig, Sabine Hornung, Rainer Schütz und Karsten Wicke sind Kandidaten, die beim Erreichen der 30 Serien sofort Druck auf die obere Tabellenhälfte machen können. Da kommt also noch ordentlich Bewegung rein.

Das Nullspiel des Abends: Karo 7 als Nebelgranate

Ein besonders gewitztes Nullspiel lieferte Silvio. Das Blatt war alles andere als ein Nullspiel aus dem Lehrbuch. Kritisch war vor allem Karo: Karo 7 und Karo Ass standen noch im Blatt. Und Silvio war Ausspieler.

Was macht man mit so einer Baustelle? Normalspieler schwitzen. Vorsichtige Spieler hoffen auf ein Wunder. Silvio machte etwas anderes: Er spielte einfach frech die Karo 7 aus.

Der Effekt war herrlich. Die Gegenspieler dachten natürlich: „Aha, Karo 7. Die ist blank. Oder da sitzt höchstens noch die 8 dahinter.“ Dass hinten noch das Karo Ass gemütlich auf der Lauer liegt, hatte niemand auf dem Zettel.

Also kam Karo nicht zurück. Silvio konnte sich anschließend in einer anderen Farbe freidrücken, das gefährliche Karo Ass entsorgen – und die Gegenpartei schaute sich an, als hätte gerade jemand beim Skat heimlich die Bedienungsanleitung gewechselt.

Fazit: Kein Nullspiel für Anfängerhefte. Eher Kategorie: „Das darf man eigentlich niemandem zeigen, sonst machen es nächste Woche alle.“ Sehr frech, sehr clever, sehr Skat.

Was bleibt vom Spieltag?

49 Teilnehmer:
Für Juli, Ferien und WM eine Ansage.
Bernd Friedrich:
Tagesbester und stärkste Einzelserie mit 1.464 Punkten.
Andreas Behnisch:
Führt beide Clubwertungen weiter an.
Küchenteam:
Schnitzel mit Letscho oder Ei auf Champions-League-Niveau.

Spieltag 14 war einer dieser Abende, bei denen vorher vieles gegen eine große Runde sprach – und am Ende genau das Gegenteil passierte. Ferien? Egal. Juli? Egal. Fußball-WM? Kann laufen. Beim SkatTreff Eppendorf wird trotzdem gespielt.

Volle Hütte, volle Teller, volle Konzentration

47 Skatfreunde in Serie 2, gesamt 49, viele Schnitzelchen mit Letscho oder Ei, starke Serien, ein listiges Nullspiel und zwei spannende Clubwertungen: Spieltag 14 hatte alles, was ein guter Skatabend braucht. Und falls jemand vorher dachte, im Juli würde es ruhiger werden: Der Schnitzelindikator hat rechtzeitig gewarnt – wir hätten nur stärker auf ihn hören müssen.